Mannschafts-Check zum Saisonstart: SV Pattonville 2 (Bericht Kornwestheimer Zeitung)

 

Einige Spieler haben sich schon den Aufstieg als Saisonziel gesetzt

Der neue Trainer Patrizio Bellarosa fühlt sich beim SV Pattonville 2 wohl, bremst aber noch die Euphorie.

Von Lutz Selle

 

Von seiner neuen Aufgabe ist Patrizio Bellarosa bisher begeistert. Als Trainer hat er die zweite Herrenmannschaft des SV Pattonville in der Kreisliga B 3 übernommen und im ersten Punktspiel bereits einen 3:1 (2:0)Sieg gegen den TSV Affalterbach 2 gefeiert. Die vergangene Runde hatte das Team zunächst unter Trainer Klimis Karamanlis und in der Rückrunde mit dem Gespann Andreas Eschenbach/Holger Lung auf dem sechsten Tabellenplatz abgeschlossen. Nun wollen die Spieler mehr. „Der größte Teil der Mannschaft hat sich den Aufstieg als Ziel gesetzt“, erzählt Bellarosa. „Der andere Teil möchte unter den besten Drei dabei sein.“ Der neue Coach hat eine defensivere Sichtweise: „Es wird eine verdammt schwere Saison. Für den Aufstieg müssten die Spieler viel tun.“ Vernünftiger sei es, zunächst einmal noch mehr als Mannschaft aufzutreten und „gemeinsam durch dick und dünn“ zu gehen. „Nur dann landet man auch tatsächlich weit oben.“ 

 

Bellarosa sieht seine Schützlinge gleichwohl schon auf einem guten Weg. „Bisher bin ich super zufrieden. Das Klima ist gut und es macht Spaß mit der Mannschaft.“ In der Saisonvorbereitung habe er stets eine gute Trainingsbeteiligung mit im Durchschnitt 14 bis 15 Aktiven gehabt. Die Spieler seien zuverlässig, neugierig und lernwillig. Auch für die aus der A-Jugend aufgerückten Nachwuchsspieler hat der ehemalige Jugendtrainer viel Lob parat: „Die knien sich richtig rein.“ Besonders angetan ist er von Dennis Ziegel. „Der gibt immer Vollgas und war bisher in jedem Spiel an mindestens einem Tor beteiligt.“ 

 

Im ersten Punktspiel erzielte Dennis Ziegel das 2:0 (22.), nachdem Semih Kayadelen das erste Tor in der 19. Minute gelungen war. Mit einer „Granate“ aus 25 Metern Entfernung sorgte der als Feldspieler eingesetzte Philip Allgayer für das 3:0 (50.). Nur dass die Pattonviller ab der 65. Minute nachließen und den Gästen das 3:1 durch Steffen Mayer (90.) ermöglichten, hat Bellarosa nicht gefallen. „Da haben wir nur noch das Nötigste gemacht anstatt an unser Torverhältnis zu denken.“ Im Kampf um die vorderen Ränge könne es schließlich am Ende darauf ankommen. Als Titelfavoriten sieht der SVP 2-Trainer den FSV Oßweil 2, SV Poppenweiler und TV Aldingen 2. Sein eigenes Team hat er für die laufende Saison offensiver eingestellt, als es zuletzt agiert hat. „In der vergangenen Saison wurde mehr auf Konter gespielt. Ich möchte aber, dass wir uns viele Chancen herausspielen und mutig nach vorne spielen.“ 

 

Auch wenn sich Patrizio Bellarosa derzeit keine personellen Sorgen zu machen braucht – von der Idealbesetzung ist die Truppe noch weit entfernt. Kapitän Baris Akpolat fehlt mit einer Meniskusquetschung noch mindestens drei Wochen, Jannik Hoffmann (Mittelfußbruch), Burak Tasdelen (Operation an der Leiste), Florian Heinz (Kiefer-OP) und Michael Unger (bis Ende September in England) fallen ebenfalls aus. Zudem gibt es noch vier Urlauber. „Wenn mal alle da sind, dann haben wir einen richtig guten Kader – und der Trainer die Qual der Wahl“, freut sich Bellarosa.

SVP II hat einen neuen Trainer (Bericht Kornwestheimer Zeitung)

 

Bewerbung geht nach eineinhalb Stunden ein

Von Lutz Selle

 

Ich bin ein Fußball-Verrückter von klein auf.“ So beschreibt sich Patrizio Bellarosa selbst. Bis zu seinem 31. Lebensjahr hat er dem runden Leder hinterhergejagt, wobei er beim SGV Freiberg groß wurde und den Sprung in die Verbandsliga schaffte. Probleme mit der Patellasehne stoppten dann die Aktivenlaufbahn, aber nicht die Leidenschaft für den Sport. Als Trainer betreute Patrizio Bellarosa die C-Junioren des FV Löchgau sowie die A-Junioren des TSV Münchingen und des SV Pattonville. Nun trainiert er mit den Kreisliga-B-Herren des SV Pattonville 2 erstmals eine Aktivenmannschaft. Der Auftakt war am gestrigen Freitagabend.

 

Zweieinhalb Jahre ist es her, dass Bellarosa mit der A-Jugend des SV Pattonville letztmals eine Mannschaft trainiert hat. Die Pause vom Fußballgeschehen hat er bewusst eingelegt. „Ich habe meinen Fokus in dieser Zeit auf die Ausbildung zum Immobilienkaufmann gelegt“, erzählt er. Zwar habe er einige Angebote von Fußballvereinen erhalten. „Ich konnte mich aber mit keinem davon zu 100 Prozent identifizieren.“ Bei dem Angebot seines aktuellen Heimatvereins sah das anders aus. Patrizio Bellarosa ist Mitglied beim SV Pattonville und stand auch dem AH-Team immer nahe.

 

Nachdem Vereinsvorsitzender Michael Uhse eine Anzeige bei der WFV-Trainerbörse geschaltet hatte, reagierte Bellarosa am schnellsten. „Eineinhalb Stunden später hat er sich schon bei mir gemeldet“, erzählt Uhse. Es gingen zwar noch weitere Bewerbungen von Trainern ein. „Aber von seiner Philosophie und der räumlichen Nähe zum Verein passt er am besten“, sagt der Vorstand. „Er ist sehr ambitioniert und mit Feuer und Flamme dabei.“ Die zweite Herrenmannschaft sei beim SV Pattonville auch „kein Anhängsel, sondern der Übergang von der A-Jugend zur ersten Aktivenmannschaft“, erklärt Michael Uhse. Die beiden Herrenteams trainieren nicht nur zeitgleich. „Die Trainer sprechen sich auch bei den Trainingsinhalten ab.“ Schließlich werde aus dem großen Kader der ersten auch der eine oder andere Akteur hin und wieder in der zweiten Mannschaft spielen.

 

Die Vorfreude auf die neue Aufgabe ist bei Patrizio Bellarosa deutlich zu spüren. „Ich habe nicht lange überlegen müssen, diese Rolle zu übernehmen. Der SV Pattonville ist ein toller Verein, der viel vor hat und eine gute Entwicklung nimmt.“ Sein Ziel sei es, die Spieler der zweiten Mannschaft sportlich weiterzubringen und die erste Mannschaft zu unterstützen. Im Idealfall schaffe mindestens ein Spieler komplett den Sprung in den A-Kader. „Die Spieler sollen den Konkurrenzkampf nach oben aufbauen, damit sich die Kreisliga-A-Spieler nicht ausruhen können.“

 

Einen bestimmten Platz in der Abschlusstabelle will der neue Coach des SVP 2 nicht anpeilen. „Wenn ich alle ins Boot bekomme, dann werden wir automatisch im oberen Bereich stehen. Mir ist es am wichtigsten, dass sich die jungen Spieler individuell, taktisch und fußballerisch weiter entwickeln.“ Ordnung, Disziplin, Teamgeist, Wille, Leidenschaft und Spaß – diese Werte sind Bellarosa wichtig.

 

Patrizio Bellarosa

20. Spieltag: SVP II - TSV Grünbühl II (Bericht Kornwestheimer Zeitung)

 

Missglückter Einstand für den neuen Coach

Der SV Pattonville 2 unterliegt dem TSV Grünbühl 2 mit 2:3 (0:3).

Von Lutz Selle

 

Kurzfristig hat sich Michael Uhse, Präsident des SV Pattonville, bei der in der Kreisliga B 3 kickenden zweiten Fußball-Herrenmannschaft für einen Trainerwechsel entschieden. Bei seinem ersten Auftritt an der Seitenlinie hat der für Klimis Karamanlis gekommene Andreas Eschenbach dem SV Pattonville 2 allerdings noch kein Glück gebracht. Ausgerechnet das Prestigederby gegen den Nachbarn TSV Grünbühl 2 haben die Pattonviller mit einer 2:3 (0:3)-Heimniederlage beendet. „Bei Grünbühl haben allerdings auch vier Akteure aus dem Bezirksliga-Kader der ersten Mannschaft mitgespielt“, relativiert Michael Uhse das Ergebnis. „Im Hinspiel war die zweite Mannschaft des TSV noch anders aufgestellt.“ Dennoch hätte sich der SVP 2 mit einer Steigerung in der zweiten Halbzeit eigentlich noch ein Unentschieden verdient. „Das hat auch Grünbühls Trainer Fritz Kirchner gesagt.“ „Wir haben die erste Halbzeit verloren und die zweite gewonnen“, stellt Andreas Eschenbach fest, der zusammen mit Holger Lung bereits seit eineinhalb Jahren die A-Jugend in Pattonville trainiert und sich nun für den Rest der Saison zusammen mit seinem Co-Trainer zusätzlich um die zweite Herrenmannschaft kümmert. „Unter dem Strich steht leider eine Niederlage, weil wir uns in der ersten Halbzeit nach individuellen Fehlern dreimal haben auskontern lassen.“ Einen 0:3-Rückstand aufzuholen, sei schwer. „Aber wir waren nach der Pause die bessere Mannschaft.“ Zweimal ging in der ersten Spielhälfte auf der Außenposition ein Zweikampf verloren, was Alexander Hoffart (17.) und Sven Kirchner (20.) zu Toren zum 0:2 nutzten. Ein Fehlpass der Pattonviller im Spielaufbau und direkt anschließend ein verlorener Zweikampf in der Innenverteidigung führte zum 0:3 durch Muhammed Kalan (36.). „Grünbühl hat jeweils clever gekontert.“ 

 

Aber schon zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff verkürzte Daniel Schubert auf das 1:3. Nach einer Freistoßflanke und einem Kopfball aufs Tor konnte Gästetorwart Sven Martens den Ball nur abklatschen. Schubert setzte erfolgreich nach. Weitere Chancen der Gastgeber blieben ungenutzt, bis Michael Unger in der 85. Minute eine Flanke von Joshua Dehnen zum 2:3 einköpfte. Auch wenn das Ergebnis ganz und gar nicht nach dem Geschmack des Präsidenten und des neuen Trainers ausfiel, so ist beiden klar, dass der Rückstand des Tabellensiebten zum zweiten Platz mit 14 Punkten sowieso schon zu groß ist, um in dieser Saison noch in den Aufstiegskampf eingreifen zu können. In den verbleibenden neun Wochen werde „ohne Tabellendruck“ der Schwerpunkt auf der Ausbildung der Spieler liegen, erklärt Eschenbach. „Es soll erkennbar werden, dass die Mannschaft dazu lernt. Wenn wir dabei Spiele gewinnen, ist es um so besser. Das ist gleich eine Vorbereitungsphase für die nächste Runde.“ Einige Akteure des Herrenteams hat Andreas Eschenbach bereits in der vergangenen Saison in der A-Jugend betreut. Die anderen müsse er noch näher kennenlernen. Bisher habe er ja erst zwei Trainingseinheiten mit der zweiten Mannschaft gehabt. Die zusätzliche Aufgabe habe er gerne „Michael Uhse zuliebe“ übernommen, damit das Team „die nächsten Schritte“ macht. Die Mehrbelastung sei allerdings nur „temporär für den Rest der Saison stemmbar“. Schließlich habe er auch noch einen hauptberuflichen Job, erklärt der 43Jährige, der vor seiner Tätigkeit als A-Jugend-Coach acht Jahre lang bei anderen Vereinen als Spielertrainer tätig gewesen war. Inzwischen hat er bewusst keinen Spielerpass mehr. „Den habe ich aus Selbstschutz nicht mehr beantragt. Ich habe die Fußballschuhe an den Nagel gehängt und dabei soll es bleiben.“ Einen Vorteil habe es aber auch, sowohl die A-Jugend als auch die Herren 2 zu trainieren. Denn einmal pro Woche wird es eine gemeinsame Trainingseinheit geben. „Da habe ich dann für die Übungen eine schöne Anzahl von Spielern auf dem Feld.“

 

SV Pattonville 2 Allgayer – Gabler, Widmayer (66. Kayadelen), Kara-Souleiman (89. Tasdelen), Heinz, B. Akpolat, Gökcen, Sauseng, Unger (85. R. Akpolat), Schubert, Hoffmann (46. Dehnen)

 

Unter den Augen des neuen Trainers Andreas Eschenbach (rechts) hat die SVP 2-Elf um Jannik Hoffmann nicht gepunktet.

Foto: Horst Dömötör (Kornwestheimer Zeitung)

 
17. Spieltag: SVP II - SC Ludwigsburg II (Bericht Kornwestheimer Zeitung)

 

SV Pattonville 2 ergattert gleich die ersten drei Punkte

Mit 4:0 haben die Fußballer des SV Pattonville 2 ihr erstes Punktspiel des Jahres gegen den SC Ludwigsburg 2 gewonnen. „Der Sieg hätte noch höher ausfallen können“, sagt Trainer Klimis Karamanlis und lobt zugleich die Abwehrleistung seines Teams. Auch das Debüt von Dennis Sauseng als Spielmacher sei geglückt. „Er hat die Bälle schön verteilt und ist eine Bereicherung für die Mannschaft.“ Für Denis Dalmis endete das erste SVP-Punktspiel schon nach 37 Minuten. Ohne gegnerische Einwirkung blieb der Torwart bei einer Aktion mit dem Fuß am Netz hängen und zog sich Innen- und Außenbänderrisse zu. Dalmis wird nun sieben Wochen pausieren müssen. Ihn ersetzte Philip Allgayer. Die Tore für den SVP 2 erzielten Baris Akpolat (9.) per Freistoß, Dominique Gabler (54.) aus 16 Metern, Michael Unger (79.) per Nachschuss nach einem Elfmeter und Nick Widmayer (90.).

 

Mit 3:1 hat sich der SV Pattonville 1 beim Test gegen den GSV Hemmingen durchgesetzt. Sascha Pantic (22.), Murat Cicek (34.) und Philip Mandic (81.) brachten die Gastgeber mit 3:0 in Führung, ehe Samet Atak (85.) das Tor zum 3:1 gelang.

 

Jannik Hoffman vom SV Pattonville 2 lässt zwei Gegenspieler stehen. Foto: Horst Dömötör (Kornwestheimer Zeitung)